Die meisten Unfälle passieren im Haushalt!
Keine Schule, keine Arbeit – ab in die Ferien. Doch gerade in der Hochsaison ist das Reisen teuer. Warum also nicht Urlaub zu Hause machen? Das ist nicht nur preiswerter, sondern auch erholsam: die Ferien beginnen sofort, ohne Pack- und Reisestress.
Urlaub auf Balkonien
Damit Heimurlauber die schönste Zeit des Jahres möglichst unbeschadet überstehen, sollten sie alle Vorhaben möglichst mit Bedacht angehen, rät Katrin Rüter vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Im Falle eines Unfalls in der Freizeit ist man nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. In diesen Fällen hilft nur die private Unfallversicherung.“ Nach einer Hochrechnung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) kommen rund 8,2 Millionen (2007) Menschen bei Unfällen zu Schaden. Die meisten Unfälle, knapp 60 Prozent, ereignen sich in der Freizeit und in den eigenen vier Wänden. Oft geht es glimpflich aus. Bisweilen aber eben nicht. Katrin Rüter: „Ungefähr eine Million Menschen verletzen sich so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.“ Nicht selten bedeutet das für die Betroffenen und ihre Familien eine Veränderung des Lebens, vorübergehend oder sogar dauerhaft.
Hauptsache finanziell abgesichert
Die Arbeitsleistung ist eingeschränkt, das Einkommen sinkt, schlimmstenfalls droht Berufsunfähigkeit – bei den unter 30-Jährigen besonders häufig infolge von Freizeitunfällen, weiß Katrin Rüter. „Da ist es eine große Erleichterung, wenn eine vorher vereinbarte Rente oder Kapitalsumme gezahlt wird, mit der aufwendige Spezialtherapien, behindertengerechte Umbauten oder eine Haushaltshilfe finanziert werden können.“ Dabei ließen sich nach unterschiedlichen Schätzungen 30 bis 60 Prozent aller Unfälle vermeiden – durch gezielte Vorkehrungen. Zum Beispiel beim Heimwerken. Laut BAuA verunglücken dabei pro Jahr mehr als 300.000 Menschen. Jeden Tag kommt es zu rund 830 Unfällen, zu Kratzern und blauen Flecken über Schnittwunden bis hin zum Tod. Meist trifft es Männer (rund 84 Prozent), oft die 35- bis 44-Jährigen.
Gut gerüstet gegen Unfälle
Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion „Das sichere Haus“, kennt die häufigsten Unfallursachen: „Vor allem Untrainierte und Ungeübte überfordern sich. Dauerhaft einseitige und ungewohnte Körperhaltungen führen dann zu Unfällen, zum Beispiel, wenn man über Kopf arbeitet und ständig nach oben guckt.“ Aber auch wer überanstrengt ist, gehetzt und unkonzentriert sowie die Sicherheitsvorkehrungen missachtet, begibt sich in Gefahr. „Viele Heimwerker fallen über Werkzeuge oder herumliegende Kabel. Aber die meisten Unfälle ereignen sich mit Kreissägen und Bohrmaschinen, gefolgt von Stürzen von Leitern, Treppen und Dächern“, mahnt Susanne Woelk. Ihr Tipp: Ausgeruht an die Arbeit gehen, nur Maschinen und Geräte mit GS- und DIN-Zeichen benutzen sowie mit Schutzbrille und Schutzhandschuhen, Mund- und Gehörschutz arbeiten. Festes Schuhwerk und lange Hosen sind ebenfalls ein Muss – auch beim Rasenmähen. Denn auch bei der Gartenarbeit ereignen sich viele Unfälle: 200.000 pro Jahr (Quelle: BAuA). Fast die Hälfte sind Verletzungen mit scharfen und spitzen Gegenständen, gefolgt von Leiterstürzen bei der Baumpflege oder Obsternte.
Quelle: "Provinzial Aktiv", Ausg. 08/09
Für die Inhalte fremder Quellen sind wir nicht verantwortlich.


